Donat Kuratli: «Fernwärme»

 

Parlamentssitzung vom 22. August 2017

Geschätzte Präsidentin,

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Ich spreche für die SVP Fraktion.

Vor ca. 10 Jahren hat die Stimmbevölkerung zum Energiekonzept 2050 ja gesagt. Auf dem Flyer, der das Energiekonzept 2050 kurz erklärt, steht unter dem Bereich Wärme, folgendes geschrieben: Der Talbereich der Stadt wird hauptsächlich via Fernwärme aus Kehrichtheizkraftwerk und Wärme-Kraft-Kopplung versorgt. Für die Hügelzone werden Nahwärmeverbunde oder erneuerbare Energien wie Erdsonden- Wärmepumpen und Sonne genutzt. Der Anschlussgrad im Fernwärmegebiet beträgt 90 Prozent. Reine Elektroheizungen werden abgelöst.

Das Energiekonzept ist auch für uns kein Wunsch, sondern vom Volk angenommen und daher umzusetzen. Doch das Energiekonzept hat auch eine Zahl und diese ist das Jahr 2050. Wenn wir aber sehen, dass jetzt bis 2022 schon der nächste Schritt in der Fernwärme fertig sein soll, fragen wir uns schon geht das nicht zu schnell?  Zum einen fehlen uns in dieser Vorlage diverse Zahlen. Wie sieht die finanzielle Situation mit dem bestehenden Netz aus? Ist es in absehbarer Zeit rentabel? Diese Zahlen kennen wir nicht genau und wir können nur von Annahmen ausgehen. Das Netz soll weiter ausgebaut werden und dafür ein Rahmenkredit von 65 Mio. gesprochen werden, obwohl wir noch nicht wissen wie rentabel das heute bestehende Fernwärmenetz ist? Meine Damen und Herren würden sie privat einem so grossen Betrag, in etwas investieren, obwohl sie die genauen Zahlen nicht kennen? Da kommt doch Skepsis auf oder nicht?

Nach der Abstimmung vom 27. November 2011, bei der die Stimmbevölkerung der Erneuerung der Gasversorgung zugestimmt hat, stand eigentlich den WKK Anlagen nichts mehr im Wege. Nun fragen wir uns, warum baut man nicht vorerst nur um die bestehenden WKK das Netz aus. Nein, man will wieder auf einmal alles realisieren.

Wir sind für ein gedrosseltes Ausbauen des Netzes und appellieren klar darauf, das Netz nur da auszubauen, wo das bestehende Netz bereits vorhanden ist oder eine WKK Anlage bereits besteht. Rentabel muss das Ziel sein und nicht schönreden, denn das sind wir dem Bürger schuldig meine Damen und Herren. 

Wir wissen nicht, wie sich die Wärmetechnologien in den nächsten 5 – 10 Jahren entwickeln. Genau aus diesem Grund kann man auch darüber diskutieren, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den schnellen Weiterausbau des Netzes? Denn Zeit haben wir ja eigentlich noch bis 2050. Das einzige was dagegen spricht ist, wenn ein Liegenschaftsbesitzer jetzt seine Heizung ersetzen muss und keine Fernwärme vorhanden ist, muss er in Gas oder andere Wärmequellen investieren. Diese Kunden wären dann, falls er sich für eine Gasheizung entscheidet für ca. 15-20 Jahre verloren. Doch dann könnte es gut sein, dass er sich für Fernwärme entscheidet. In 15-20 Jahren ist immer noch nicht 2050 sondern 2032-2035 da bleiben immer noch 15 Jahre.

Meine Damen und Herren ich betone nochmals, wir von der SVP Fraktion sind nicht gegen die Fernwärme, aber es geht uns zu schnell, da man nicht einmal die Zahlen offen legen kann oder möchte. Aufgrund dessen, dass man bereits viele Investitionen, die für den Ausbau der kommenden Etappe ausgelegt sind,  getätigt hat, sehen wir aber auch, dass es Sinn machen kann, jetzt zu forcieren, doch eins werden wir ganz bestimmt im Auge behalten, die Kosten und die Rentabilität. Wir wünschen uns, dass uns allen hier einmal aufgezeigt wird, wie die Rentabilität des bestehenden Netzes aussieht.

Wir von der SVP Fraktion haben uns deshalb für Stimmfreigabe entschieden.

Danke

 

 

Es gilt das gesprochene Wort

 

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